Dankbarkeit in der Führung – und was sie bewirken kann

Dankbarkeit in der Führung – und was sie bewirken kann

Selbstführung
Katrin Fritsche
Ein Beitrag von: Katrin Fritsche
Datum: 13.07.2025
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Wofür ich meinem Business dankbar bin – und was du daraus mitnehmen kannst.

Das hier ist ein etwas anderer Blogartikel.

Bisher habe ich hauptsächlich Inhalte veröffentlicht, die
▫️Hintergründe erläutern – etwa zu den 7 Konfliktfallen
▫️Modelle erklären – wie das Thomas-Kilmann-Konfliktstile Modell
▫️motivieren – z. B. Warum Konflikte die Leistungsfähigkeit von Teams erhöhen

Dieser Artikel ist persönlich.

Ich nehme an der Blogparade von Céline teil
– und gehe der Frage nach:

„Wofür bin ich meinem Business dankbar?“

Ein Artikel für alle, die mehr über mich, meine Beweggründe und meinen Weg erfahren wollen. Und für alle, die sich für das Thema Dankbarkeit im Business interessieren.

Was heißt das für Frauen in Führung?
Frauen spüren oft früher, wenn etwas im Miteinander kippt – und halten gleichzeitig viel ab, um das Team stabil zu halten.
Dankbarkeit hilft dir, diese Verantwortung nicht allein zu tragen.
Sie stärkt deine innere Stabilität, sodass du klar führen kannst, ohne dich zwischen Harmoniebedürfnis und Abgrenzung zu verlieren.


Warum habe ich mich überhaupt selbständig gemacht?

Ich wollte an dieser Stelle eigentlich beschreiben, wie ich mich aus dem Konzern verabschiedet habe – mit dem Ziel, mich als Coach und Beraterin selbständig zu machen.

Aber so war es nicht.
Es war kein direkter Weg.

Ich wusste nur: Der Abschnitt Konzern ist für mich abgeschlossen.
Also habe ich mir Zeit genommen. Abstand gewonnen.
Und im Bewerbungsprozess gemerkt:
Es gibt gerade keinen Job auf der Welt, den ich als Angestellte machen möchte.
Und dabei war ich im Rennen um einen Geschäftsführerposten …

So hat sich mein Weg in die Selbständigkeit ergeben.
Das ist heute 3,5 Jahre her.

Und jetzt?

Jetzt bin ich dankbar dafür,
🔸 allein entscheiden zu können
🔸 meinen Schwerpunkt – Führen im Konflikt – gefunden zu haben
🔸 so viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen
🔸 so viel Neues zu lernen

Auch wenn nicht alles leicht war – genau dieser Weg macht meine heutige Arbeit möglich. Und dafür bin ich dankbar.


Meine größte Challenge: Akquise – die spannendsten Gespräche: mit neuen Menschen

Ich habe viel über Akquise gelernt – vor allem durch eigene Erfahrung.
Obwohl ich BWL studiert habe und jahrelang in einer Vertriebseinheit gearbeitet habe, hatte ich vorher 
nie direkten Kundenkontakt.

Bis heute habe ich über 200 Erstgespräche geführt – mindestens.

Was mich daran fasziniert?
Die Menschen. Ihre Situationen. Ihre Herausforderungen. Ihre eigenen Wege.

Erst dadurch habe ich festgestellt, wie viel Neugier in mir steckt.
Und wie sehr es mich begeistert, Unterschiede zu entdecken.

Echte Akquise fällt mir trotzdem nicht leicht.
Aber: Gespräche mit Menschen – 
die führe ich gern.

Und das hätte ich ohne den Druck, meinen Lebensunterhalt aus dieser Arbeit zu finanzieren, so nie erlebt.

Was ich in der Akquise gelernt habe, fließt heute direkt in meine Arbeit mit Führungskräften ein.
Ich höre genauer hin. Ich frage nach, auch wenn’s unbequem wird. Und oft bin ich die Erste, die spürbar macht, was wirklich hinter einem Konflikt steckt – hinter dem Rückzug, der Unruhe, der ständigen Reibung im Team.

Diese Neugier auf Unterschiedlichkeit, auf das, was zwischen den Zeilen passiert, ist heute einer meiner stärksten Anker in der Begleitung.
Gerade dann, wenn die Dinge im Team festgefahren wirken – und Klarheit, Haltung und neue Perspektiven gefragt sind.

Genau diese Mischung aus Neugier, Zuhören und mutigem Nachfragen brauchst du auch in Führungssituationen.
Dankbarkeit unterstützt dich dabei, präsent zu bleiben – auch wenn Gespräche anspruchsvoll werden oder du Unsicherheit im Raum spürst.


Menschen denen ich besonders dankbar bin – für mein Business

Meinem Mann – weil er mich immer unterstützt hat.
Gerade dann, wenn es zäh war.

Meinen Eltern – weil sie, trotz ihrer eigenen schlechten Erfahrungen mit der Selbständigkeit, ihre Ängste und Sorgen nie auf mich übertragen haben.
Sie haben mir die Freiheit gelassen, meinen Weg zu wählen.

Früheren Kolleg:innen, Mitarbeitende, Freund:innen und neuen Bekannten
die neugierig zuhörten, mir mit Rat und Tat zur Seite standen und sich immer wieder auf meine neuesten Ideen eingelassen haben.

Meinen Freund:innen, die unermüdlich jede neue Positionierung mitgetragen und immer wieder kritisch auf Webseiten und Texte geschaut haben.

Meinem Freelance-Standbein – dafür, dass es mir in einer Phase der Neupositionierung Sicherheit und Struktur gegeben hat.

Und natürlich: meinen Klient:innen.

▫️Beispielsweise den Klient:innen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, als ich gerade frisch aus der Ausbildung kam. Die sich auf mich, meine Herangehensweise und meine Haltung eingelassen haben.
Das vergesse ich nicht.

▫️Besonders einer Klientin, die mir in einer schwierigen Phase die Treue gehalten hat – und mir damit gezeigt hat, wie sehr gegenseitiges Vertrauen trägt.

Ohne all diese Menschen wäre mein Business heute nicht da, wo es ist.
Und das erfüllt mich mit echter Dankbarkeit.

Was mich dabei besonders bewegt:

Viele dieser Erfahrungen – ob mit Kund:innen, Wegbegleiter:innen oder in schwierigen Phasen – haben mir gezeigt, wie wirksam Dankbarkeit tatsächlich ist. Nicht nur persönlich, sondern auch in der Führung.

Denn je mehr ich damit arbeite, desto klarer wird:
Dankbarkeit ist kein weiches Gefühl, sondern ein starkes Führungsinstrument.


Warum Dankbarkeit im Business ein echtes Führungs-Tool ist

Wenn im Team die Stimmung kippt, sich Gespräche im Kreis drehen und der Druck von allen Seiten steigt,
dann ist Dankbarkeit vermutlich nicht das Erste, was dir einfällt. Verständlich.

In angespannten Führungssituationen geht es oft um Klarheit, Entscheidungen, Kommunikation – und vor allem: ums Funktionieren.

Dankbarkeit ist kein weiches Gegenprogramm zu Konflikten. Sie wirkt wie ein innere Anker: Sie reguliert, statt zu beschönigen.

Sie gibt dir den Moment Abstand, der nötig ist, um Spannung auszuhalten, ohne in Aktionismus oder Rückzug zu kippen – eine zentrale Fähigkeit, wenn du als Führungskraft unter Druck souverän bleiben willst.

Und doch zeigt sich:

Gerade in Konflikten und unter Stress kann Dankbarkeit eine überraschend starke Ressource sein.
Nicht als oberflächliches Positivdenken, sondern als wirksames Führungsinstrument.

Eines, das dich dabei unterstützt, mit innerer Stabilität zu führen, klare Impulse zu setzen – und in Beziehung zu bleiben. Denn Dankbarkeit…

🔸 stärkt deine Selbststeuerung – du triffst bewusstere Entscheidungen, statt impulsiv zu reagieren
🔸 erhöht deine Resilienz – Du bleibst gelassener, auch wenn es im Außen stürmisch wird
🔸 verbessert deine Konfliktkompetenz – weil du zwischenmenschliche Spannungen besser einordnen kannst
🔸 wirkt positiv auf das Teamklima – weil sich echte Wertschätzung überträgt

Und das ist nicht nur eine Behauptung, sondern gut belegt: Zahlreiche Studien aus der Positiven Psychologie, Neurobiologie und Organisationsforschung zeigen, dass Dankbarkeit messbare Effekte hat – auf Entscheidungsqualität, Stressverarbeitung und Führungserleben.

Doch wie lässt sich das konkret umsetzen – in einem vollen Kalender, mit Zielvorgaben, Erwartungsdruck und Konflikten im Team?

Neugierig, wie stark diese Wirkung belegt ist?
Die Forschung hat genau hingeschaut – und bestätigt viele dieser Effekte mehrfach.


Wissenschaftlich belegt – so wirkt Dankbarkeit auf Führung

Dankbarkeit verändert, wie du führst – und wie andere dich erleben.
Sie stärkt deine innere Stabilität, fördert deine Handlungsfähigkeit – und verbessert das soziale Miteinander im Team.
Mehrere Studien aus der Positiven Psychologie, Entscheidungsforschung und Neurobiologie zeigen aus verschiedenen Blickwinkeln dieselben Kerneffekte:

Dankbarkeit…

▪️ fördert Selbststeuerung: Du denkst klarer und entscheidest weniger impulsiv
▪️ 
erhöht Resilienz: Du verarbeitest Stress besser und bleibst unter Druck handlungsfähig
▪️ 
stärkt Konfliktkompetenz: Du reagiert gelassener, empathischer und deeskalierend
▪️ 
verbessert das Teamklima: Deine Haltung überträgt sich – Wertschätzung wird spürbar
▪️ 
schafft Vertrauen: Du wirst als fair, präsent und klarer wahrgenommen

Diese Effekte wurden u. a. in folgenden Forschungsarbeiten nachgewiesen:
▫️DeSteno et al. (Northeastern University): Dankbarkeit reduziert Impulsivität und fördert langfristiges Denken
▫️ Emmons & McCullough: Dankbarkeitsjournaling steigert Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit und Resilienz
▫️ Fredrickson: „Broaden-and-Build“-Prinzip – positive Emotionen erweitern Denk- und Handlungsspielräume
▫️ DeWall et al.: Dankbare Menschen sind empathischer, weniger aggressiv, konfliktfähiger
▫️ UC Davis: Dankbarkeit senkt Stresshormone und unterstützt psychische Stabilität
▫️ White Rose Study (2021): Dankbare Führung wird als fairer, klarer, verbindlicher erlebt


5 alltagstaugliche Impulse – im Führungsalltag erprobt

1. Drei gute Dinge – jeden Abend notieren

Nimm dir sich jeden Abend drei Minuten Zeit – und notiere dir schriftlich:

Welche drei Dinge sind heute gut gelaufen? Und warum?
Das kann ein gelungenes Gespräch sein, eine wertschätzende Rückmeldung – oder einfach ein ruhiger Moment im Trubel.

👁️‍🗨️ Was es bewirkt
Diese kleine Routine stärkt deine Selbstwahrnehmung und den Fokus auf das, was wirkt.

Studien zeigen: Wer das eine Woche lang macht, fühlt sich zufriedener, ruhiger – und langfristig handlungsfähiger.
Gerade in stressigen Zeiten hilft diese Übung, das Ruder wieder selbst in die Hand zu nehmen.

2. Reflexionsfragen in schwierigen Momenten

Spannungen triggern uns – emotional, mental, körperlich.
Sie sorgen für Druck, Reibung – und oft für vorschnelle Reaktionen.

Eine einfache Möglichkeit, wieder in die eigene Führungsrolle zu finden:
kurze, gezielte Reflexionsfragen, zum Beispiel:
🔸 Was zeigt mir diese Situation über meine Werte?
🔸 Welche Chance steckt in diesem Konflikt?
🔸 Wofür bin ich – trotz allem – gerade dankbar?

👁️‍🗨️ Was es bewirkt
Diese Fragen lenken deinen Blick vom Problem zu den Ressourcen.
Sie helfen, Abstand zu gewinnen – und stärken deine Selbstführung, ohne dass du dich verbiegen musst.

Was wenn du plötzlich selbst Teil des Konflikts bist?
👉 Hier gehts zum Artikel 
„Wenn ein Angriff dich trifft“

3. Die Ein-Danke-am-Tag-Regel

Mach es dir zur Gewohnheit, jeden Tag einer Person bewusst Danke zu sagen.
Kurz, konkret, ehrlich – per Mail, im Meeting, auf dem Flur oder im Call.
Es geht nicht um große Gesten. Sondern darum, dass dein Gegenüber sich gesehen fühlt.

👁️‍🗨️  Was es bewirkt
Führungskräfte, die regelmäßig Dank ausdrücken, fördern Vertrauen, Engagement und Offenheit im Team.
Und ganz nebenbei verändert sich auch Ihre eigene innere Haltung – weg vom Defizit, hin zur Verbundenheit.

4. Wöchentliches Dankbarkeitsjournal

Nimm dir einmal pro Woche zehn Minuten Zeit.
Frage dich:
Wofür war ich in den letzten Tagen dankbar? Was hat mich getragen, inspiriert, berührt?
Das kann beruflich sein – ein laufendes Projekt, ein gutes Gespräch – oder etwas Persönliches.

👁️‍🗨️ Was es bewirkt
Diese Reflexion hilft, die Woche bewusst abzuschließen.
Du trainierst den Blick auf das, was bereits da ist – und schaffst dir selbst einen emotional stabilen Anker für die nächste Woche.

5. Dankbarkeitsritual im Teammeeting

Integriere die Dankbarkeit bewusst in den Führungsalltag – zum Beispiel im wöchentlichen Teammeeting.

Eine einfache Einstiegsfrage könnte sein:
🔸 Was war euer Highlight in der Zusammenarbeit diese Woche?
🔸 Wem möchtet ihr für etwas danken?

👁️‍🗨️  Was es bewirkt
Solche Rituale stärken nicht nur das Miteinander – sie verändern spürbar die Atmosphäre.
Teams berichten von mehr Offenheit, mehr Energie, mehr Vertrauen.
Und genau das ist oft der erste Schritt, um Konflikte zu entkräften, bevor sie eskalieren.

Damit stärkst du etwas, das in modernen Teams entscheidend ist: psychologische Sicherheit. Nicht durch Harmonie oder Nettigkeit, sondern durch Präsenz, Anerkennung und Klarheit. Menschen sprechen eher offen, wenn sie spüren, dass sie gesehen werden – nicht bewertet.

Und wenn es doch mal schwerfällt, dankbar zu bleiben?
Dann hilft mir selbst oft ein Gedanke – und den teile ich im nächsten Abschnitt.


Was mir hilft, auch in schwierigen Phasen dankbar zu bleiben

In meiner Selbständigkeit gab es einige knifflige Phasen.

Was mir hilft, auch dann dankbar zu bleiben, ist vor allem das innere Wissen: Ich habe mich für diesen Weg entschieden.
Freiwillig. Und jedes Mal aufs Neue, wenn ich mich gegen andere Optionen entscheide.

Ich bin heute ein positiverer Mensch als noch vor fünf Jahren.
Ich freue mich über viele kleine Dinge.
Und ich erlebe regelmäßig Glücksmomente – drei- bis viermal im Monat.
Dafür bin ich unglaublich dankbar.

Ich denke gern in Optionen und alternativen Wegen.
Ich komme schnell wieder in Energie, entwickle Ideen, trage voran. Das gibt mir Kraft.

Und ich sehe es sportlich: Alles hat seine Zeit.
Was weiß ich schon, was in fünf Jahren ist?

Vielleicht denke ich dann: Eine Festanstellung wäre jetzt das Richtige.
Heute kann ich mir das kaum vorstellen –
und gleichzeitig wäre es okay. Denn alles verändert sich.

Auch meine Selbständigkeit darf sich verändern.
Sie muss es sogar – damit sie zu mir passt.
Zu meinem Leben. Zu den Rahmenbedingungen.
Und genau das fühlt sich gut an.

Vielleicht ist genau das der Kern: Dankbarkeit entsteht, wenn ich annehme, was gerade ist – und offen bleibe für das, was kommt.


Fazit

Dankbarkeit ist kein „Soft Skill“.
Sondern ein wirksames Führungsinstrument.

Sie hilft Dir, deine Rolle klarer zu greifen, dich emotional zu sortieren –
und das Teamklima positiv zu beeinflussen. Gerade dann, wenn es schwierig wird.

Dafür musst du nicht meditieren oder ein Hochglanz-Journal führen.
Oft reicht ein bewusster Gedanke. Ein ehrlicher Satz. Ein kurzes Innehalten.

Die Wirkung entsteht über die Haltung – und über die Wiederholung.

Vielleicht beginnst du heute damit – mit einer Kleinigkeit. Und beobachte, was sich verändert.
Und wenn du magst: Schreib mir, wofür du deinem eigenen Weg gerade dankbar bist.


Katrin Fritsche

Dankbarkeit schafft Nähe – Konfliktkompetenz schafft Wirkung.

Wenn du beides bewusst nutzen willst, um souveräner zu führen, ist mein 1:1-Prozess für Frauen in Führung genau dafür gemacht.


Weiterführende Impulse für Dich

👉 Wenn ein Angriff dich trifft... – Was tun, wenn Du selbst betroffen bist?

👉 Konfliktstile im Vergleich – das Thomas-Kilmann-Modell einfach erklärt

👉 Wenn Harmonie zur Bremse wird – den Preis den du für Harmonie als Führungsstil zahlst


Über Katrin Fritsche

Überall dort, wo Menschen zusammenarbeiten, entsteht Spannung – und genau dort beginnt Führung

Heute arbeite ich als Business Coach und Mediatorin mit Frauen, die Verantwortung tragen und wissen, dass Konfliktkompetenz für ihre nächsten Karriereschritte entscheidend wird.

Mich interessieren die Momente, in denen Führung herausgefordert wird – und Frauen Klarheit brauchen, um sicher zu handeln, sichtbar zu werden und ihrer Linie treu zu bleiben.

→ Mehr über mich und und zu meiner Arbeitsweise