
Wofür ich meinem Business dankbar bin – und was Sie daraus mitnehmen können.
Das hier ist ein etwas anderer Blogartikel.
Bisher habe ich hauptsächlich Inhalte veröffentlicht, die
▫️Hintergründe erläutern – etwa zu den 7 Konfliktfallen
▫️Modelle erklären – wie das Thomas-Kilmann-Konfliktstile Modell
▫️motivieren – z. B. mit 5 Gründen, warum sich Konflikte lohnen
Dieser Artikel ist persönlich.
Ich nehme an der Blogparade von Céline teil
– und gehe der Frage nach:
„Wofür bin ich meinem Business dankbar?“
Ein Artikel für alle, die mehr über mich, meine Beweggründe und meinen Weg erfahren wollen. Und für alle, die sich für das Thema Dankbarkeit im Business interessieren.
Warum habe ich mich überhaupt selbständig gemacht?
Ich wollte an dieser Stelle eigentlich beschreiben, wie ich mich aus dem Konzern verabschiedet habe – mit dem Ziel, mich als Coach und Beraterin selbständig zu machen.
Aber so war es nicht.
Es war kein direkter Weg.
Ich wusste nur: Der Abschnitt Konzern ist für mich abgeschlossen.
Also habe ich mir Zeit genommen. Abstand gewonnen.
Und im Bewerbungsprozess gemerkt:
Es gibt gerade keinen Job auf der Welt, den ich als Angestellte machen möchte.
Und dabei war ich im Rennen um einen Geschäftsführerposten …
So hat sich mein Weg in die Selbständigkeit ergeben.
Das ist heute 3,5 Jahre her.
Und jetzt?
Jetzt bin ich dankbar dafür,
🔸 allein entscheiden zu können
🔸 meinen Schwerpunkt – Führen im Konflikt – gefunden zu haben
🔸 so viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen
🔸 so viel Neues zu lernen
Auch wenn nicht alles leicht war – genau dieser Weg macht meine heutige Arbeit möglich. Und dafür bin ich dankbar.
Meine größte Challenge: Akquise – die spannendsten Gespräche: mit neuen Menschen
Ich habe viel über Akquise gelernt – vor allem durch Erfahrung.
Obwohl ich BWL studiert habe und jahrelang in einer Vertriebseinheit gearbeitet habe, hatte ich vorher nie direkten Kundenkontakt.
Bis heute habe ich über 200 Erstgespräche geführt – mindestens.
Was mich daran fasziniert?
Die Menschen. Ihre Situationen. Ihre Herausforderungen. Ihre eigenen Wege.
Erst dadurch habe ich festgestellt, wie viel Neugier in mir steckt.
Und wie sehr es mich begeistert, Unterschiede zu entdecken.
Echte Akquise fällt mir trotzdem nicht leicht.
Aber: Gespräche mit Menschen – die führe ich gern.
Und das hätte ich ohne den Druck, meinen Lebensunterhalt aus dieser Arbeit zu finanzieren, so nie erlebt.
Was ich in der Akquise gelernt habe, fließt heute direkt in meine Arbeit mit Führungskräften ein.
Ich höre genauer hin. Ich frage nach, auch wenn’s unbequem wird.Und oft bin ich die Erste, die spürbar macht, was wirklich hinter einem Konflikt steckt – hinter dem Rückzug, der Unruhe, der ständigen Reibung im Team.
Diese Neugier auf Unterschiedlichkeit, auf das, was zwischen den Zeilen passiert, ist heute einer meiner stärksten Anker in der Begleitung.
Gerade dann, wenn die Dinge im Team festgefahren wirken – und Klarheit, Haltung und neue Perspektiven gefragt sind.
Menschen denen ich besonders dankbar bin – für mein Business
Meinem Mann – weil er mich immer unterstützt hat.
Gerade dann, wenn es zäh war.
Meinen Eltern – weil sie, trotz ihrer eigenen schlechten Erfahrungen mit der Selbständigkeit, ihre Ängste und Sorgen nie auf mich übertragen haben.
Sie haben mir die Freiheit gelassen, meinen Weg zu wählen.
Früheren Kolleg:innen, Mitarbeitende, Freund:innen und neuen Bekannten –
die neugierig zuhörten, mir mit Rat und Tat zur Seite standen und sich immer wieder auf meine neuesten Ideen eingelassen haben.
Meinen Freund:innen, die unermüdlich jede neue Positionierung mitgetragen und immer wieder kritisch auf Webseiten und Texte geschaut haben.
Meinem Freelance-Standbein – dafür, dass es mir in einer Phase der Neupositionierung Sicherheit und Struktur gegeben hat.
Und natürlich: meinen Klient:innen.
▫️Beispielsweise den Klient:innen , die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, als ich gerade frisch aus der Ausbildung kam. Die sich auf mich, meine Herangehensweise und meine Haltung eingelassen haben.
Das vergesse ich nicht.
▫️Besonders einer Klientin, die mir in einer schwierigen Phase die Treue gehalten hat – und mir damit gezeigt hat, wie sehr gegenseitiges Vertrauen trägt.
Ohne all diese Menschen wäre mein Business heute nicht da, wo es ist.
Und das erfüllt mich mit echter Dankbarkeit.
Was mich dabei besonders bewegt:
Viele dieser Erfahrungen – ob mit Kund:innen, Wegbegleiter:innen oder in schwierigen Phasen – haben mir gezeigt, wie wirksam Dankbarkeit tatsächlich ist. Nicht nur persönlich, sondern auch in der Führung.
Denn je mehr ich damit arbeite, desto klarer wird:
Dankbarkeit ist kein weiches Gefühl, sondern ein starkes Führungsinstrument.
Warum Dankbarkeit im Business ein echtes Führungs-Tool ist
Wenn im Team die Stimmung kippt, sich Gespräche im Kreis drehen und der Druck von allen Seiten steigt,
dann ist Dankbarkeit vermutlich nicht das Erste, was Ihnen einfällt. Verständlich.
In angespannten Führungssituationen geht es oft um Klarheit, Entscheidungen, Kommunikation – und vor allem: ums Funktionieren.
Und doch zeigt sich:
Gerade in Konflikten und unter Stress kann Dankbarkeit eine überraschend starke Ressource sein.
Nicht als oberflächliches Positivdenken, sondern als wirksames Führungsinstrument.
Eines, das Sie dabei unterstützt, mit innerer Stabilität zu führen, klare Impulse zu setzen – und in Beziehung zu bleiben. Denn Dankbarkeit…
🔸 stärkt Ihre Selbststeuerung – Sie treffen bewusstere Entscheidungen, statt impulsiv zu reagieren
🔸 erhöht Ihre Resilienz – Sie bleiben gelassener, auch wenn es außen stürmisch wird
🔸 verbessert Ihre Konfliktkompetenz – weil Sie zwischenmenschliche Spannungen besser einordnen können
🔸 wirkt positiv auf das Teamklima – weil sich echte Wertschätzung überträgt
Und das ist keine wohlklingende Behauptung, sondern gut belegt: Zahlreiche Studien aus der Positiven Psychologie, Neurobiologie und Organisationsforschung zeigen, dass Dankbarkeit messbare Effekte hat – auf Entscheidungsqualität, Stressverarbeitung und Führungserleben.
Doch wie lässt sich das konkret umsetzen – in einem vollen Kalender, mit Zielvorgaben, Erwartungsdruck und Konflikten im Team?
Neugierig, wie stark diese Wirkung belegt ist?
Die Forschung hat genau hingeschaut – und bestätigt viele dieser Effekte mehrfach.
Wissenschaftlich belegt – so wirkt Dankbarkeit auf Führung
Dankbarkeit verändert, wie Sie führen – und wie andere Sie erleben.
Sie stärkt Ihre innere Stabilität, fördert Ihre Handlungsfähigkeit – und verbessert das soziale Miteinander im Team.
Mehrere Studien aus der Positiven Psychologie, Entscheidungsforschung und Neurobiologie zeigen aus verschiedenen Blickwinkeln dieselben Kerneffekte:
Dankbarkeit…
▪️ fördert Selbststeuerung: Sie denken klarer und entscheiden weniger impulsiv
▪️ erhöht Resilienz: Sie verarbeiten Stress besser und bleiben unter Druck handlungsfähig
▪️ stärkt Konfliktkompetenz: Sie reagieren gelassener, empathischer und deeskalierend
▪️ verbessert das Teamklima: Ihre Haltung überträgt sich – Wertschätzung wird spürbar
▪️ schafft Vertrauen: Sie werden als fair, präsent und klarer wahrgenommen
Diese Effekte wurden u. a. in folgenden Forschungsarbeiten nachgewiesen:
▫️DeSteno et al. (Northeastern University): Dankbarkeit reduziert Impulsivität und fördert langfristiges Denken
▫️ Emmons & McCullough: Dankbarkeitsjournaling steigert Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit und Resilienz
▫️ Fredrickson: „Broaden-and-Build“-Prinzip – positive Emotionen erweitern Denk- und Handlungsspielräume
▫️ DeWall et al.: Dankbare Menschen sind empathischer, weniger aggressiv, konfliktfähiger
▫️ UC Davis: Dankbarkeit senkt Stresshormone und unterstützt psychische Stabilität
▫️ White Rose Study (2021): Dankbare Führung wird als fairer, klarer, verbindlicher erlebt
5 alltagstaugliche Impulse – im Führungsalltag erprobt
1. Drei gute Dinge – jeden Abend notieren
Nehmen Sie sich jeden Abend drei Minuten Zeit – und notieren Sie schriftlich:
Welche drei Dinge sind heute gut gelaufen? Und warum?
Das kann ein gelungenes Gespräch sein, eine wertschätzende Rückmeldung – oder einfach ein ruhiger Moment im Trubel.
👁️🗨️ Was es bewirkt
Diese kleine Routine stärkt Ihre Selbstwahrnehmung und den Fokus auf das, was wirkt.
Studien zeigen: Wer das eine Woche lang macht, fühlt sich zufriedener, ruhiger – und langfristig handlungsfähiger.
Gerade in stressigen Zeiten hilft diese Übung, das Ruder wieder selbst in die Hand zu nehmen.
2. Reflexionsfragen in schwierigen Momenten
Konflikte triggern uns – emotional, mental, körperlich.
Sie sorgen für Druck, Reibung – und oft für vorschnelle Reaktionen.
Eine einfache Möglichkeit, wieder in die eigene Führungsrolle zu finden:
kurze, gezielte Reflexionsfragen, zum Beispiel:
🔸 Was zeigt mir diese Situation über meine Werte?
🔸 Welche Chance steckt in diesem Konflikt?
🔸 Wofür bin ich – trotz allem – gerade dankbar?
👁️🗨️ Was es bewirkt
Diese Fragen lenken Ihren Blick vom Problem zu den Ressourcen.
Sie helfen, Abstand zu gewinnen – und stärken Ihre Selbstführung, ohne dass Sie sich verbiegen müssen.
Was wenn Sie plötzlich selbst Teil des Konflikts sind?
👉 Hier gehts zum Artikel „Wenn der Konflikt plötzlich auf Sie zielt“
3. Die Ein-Danke-am-Tag-Regel
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jeden Tag einer Person bewusst Danke zu sagen.
Kurz, konkret, ehrlich – per Mail, im Meeting, auf dem Flur oder im Call.
Es geht nicht um große Gesten. Sondern darum, dass Ihr Gegenüber sich gesehen fühlt.
👁️🗨️ Was es bewirkt
Führungskräfte, die regelmäßig Dank ausdrücken, fördern Vertrauen, Engagement und Offenheit im Team.
Und ganz nebenbei verändert sich auch Ihre eigene innere Haltung – weg vom Defizit, hin zur Verbundenheit.
4. Wöchentliches Dankbarkeitsjournal
Nehmen Sie sich einmal pro Woche zehn Minuten Zeit.
Fragen Sie sich:
Wofür war ich in den letzten Tagen dankbar? Was hat mich getragen, inspiriert, berührt?
Das kann beruflich sein – ein laufendes Projekt, ein gutes Gespräch – oder etwas Persönliches.
👁️🗨️ Was es bewirkt
Diese Reflexion hilft, die Woche bewusst abzuschließen.
Sie trainieren den Blick auf das, was bereits da ist – und schaffen sich selbst einen emotional stabilen Anker für die nächste Woche.
5. Dankbarkeitsritual im Teammeeting
Integrieren Sie Dankbarkeit bewusst in den Führungsalltag – zum Beispiel im wöchentlichen Teammeeting.
Eine einfache Einstiegsfrage könnte sein:
🔸 Was war euer Highlight in der Zusammenarbeit diese Woche?
🔸 Wem möchten Sie für etwas danken?
👁️🗨️ Was es bewirkt
Solche Rituale stärken nicht nur das Miteinander – sie verändern spürbar die Atmosphäre.
Teams berichten von mehr Offenheit, mehr Energie, mehr Vertrauen.
Und genau das ist oft der erste Schritt, um Konflikte zu entkräften, bevor sie eskalieren.
Und wenn es doch mal schwerfällt, dankbar zu bleiben?
Dann hilft mir selbst oft ein Gedanke – und den teile ich im nächsten Abschnitt.
Was mir hilft, auch in schwierigen Phasen dankbar zu bleiben
In meiner Selbständigkeit gab es einige knifflige Phasen.
Was mir hilft, auch dann dankbar zu bleiben, ist vor allem das innere Wissen: Ich habe mich für diesen Weg entschieden.
Freiwillig. Und jedes Mal aufs Neue, wenn ich mich gegen andere Optionen entscheide.
Ich bin heute ein positiverer Mensch als noch vor fünf Jahren.
Ich freue mich über viele kleine Dinge.
Und ich erlebe regelmäßig Glücksmomente – drei- bis viermal im Monat.
Dafür bin ich unglaublich dankbar.
Ich denke gern in Optionen und alternativen Wegen.
Ich komme schnell wieder in Energie, entwickle Ideen, trage voran. Das gibt mir Kraft.
Und ich sehe es sportlich: Alles hat seine Zeit.
Was weiß ich schon, was in fünf Jahren ist?
Vielleicht denke ich dann: Eine Festanstellung wäre jetzt das Richtige.
Heute kann ich mir das kaum vorstellen –
und gleichzeitig wäre es okay. Denn alles verändert sich.
Auch meine Selbständigkeit darf sich verändern.
Sie muss es sogar – damit sie zu mir passt.
Zu meinem Leben. Zu den Rahmenbedingungen.
Und genau das fühlt sich gut an.
Vielleicht ist genau das der Kern: Dankbarkeit entsteht, wenn ich annehme, was gerade ist – und offen bleibe für das, was kommt.
Fazit
Dankbarkeit ist kein „Soft Skill“.
Sondern ein wirksames Führungsinstrument.
Sie hilft Ihnen, Ihre Rolle klarer zu greifen, sich emotional zu sortieren –
und das Teamklima positiv zu beeinflussen. Gerade dann, wenn es schwierig wird.
Dafür müssen Sie nicht meditieren oder ein Hochglanz-Journal führen.
Oft reicht ein bewusster Gedanke. Ein ehrlicher Satz. Ein kurzes Innehalten.
Die Wirkung entsteht über die Haltung – und über die Wiederholung.
Vielleicht beginnen Sie heute damit – mit einer Kleinigkeit.Und beobachten, was sich verändert.
Und wenn Sie mögen: Schreiben Sie mir, wofür Sie Ihrem eigenen Weg gerade dankbar sind.

Möchten Sie Dankbarkeit gezielt als Führungsinstrument nutzen?
Konflikte lassen sich nicht vermeiden – doch sie lassen sich gestalten.
Wenn Gespräche sich im Kreis drehen, Spannungen zunehmen oder Klarheit fehlt:
Ich begleite Sie dabei, Ihre Rolle zu stärken – mit innerer Stabilität, Haltung und Handlungsspielraum.
👉 In meinem strukturierten 1:1-Prozess entwickeln wir gemeinsam den Weg, der zu Ihnen passt: individuell, fundiert und praxisnah.
Vereinbaren Sie ein unverbindliches Analysegespräch:
Wir klären Ihre Situation, besprechen erste Schritte und schauen, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.
Es braucht oft nur ein erstes Gespräch, um wieder klarer zu sehen.
Weiterführende Impulse für Sie
👉 Wenn der Konflikt auf Sie zielt – Was tun, wenn Sie selbst betroffen sind?
👉 7 Konfliktfallen im Team erkennen – und vermeiden
👉 Konfliktstile im Vergleich – das Thomas-Kilmann-Modell einfach erklärt
Über Katrin Fritsche
Konflikte sind kein Störfaktor – sie zeigen, wo Führung gefragt ist.
Ich begleite Führungskräfte durch herausfordernde Situationen, in denen es knirscht –
mit Klarheit, Struktur und dem Blick für das, was zwischen den Zeilen wirkt.
Mit über 20 Jahren Berufserfahrung und fundiertem Hintergrund in Coaching und Mediation unterstütze ich Sie dabei, auch in schwierigen Teamkonflikten klar zu führen – ohne sich zu verbiegen.
→ Mehr über mich und und zu meiner Arbeitsweise
